Linking adverbs (trotzdem, deshalb, sonst)

trotzdem

Trotzdem ist ein Konjunktionaladverb, das einen Gegensatz oder eine Einschränkung ausdrückt. Es verbindet zwei Sätze, wobei der zweite Satz eine Handlung oder Tatsache beschreibt, die im Widerspruch zu der Erwartung steht, die der erste Satz aufbaut. Die zugrunde liegende Logik ist eine konzessive Relation: Der erste Satz nennt einen Umstand, der normalerweise eine bestimmte Konsequenz erwarten lässt, aber der zweite Satz präsentiert etwas Unerwartetes. Historisch setzt sich trotzdem aus der Präposition trotz und dem Dativ dem zusammen, also wörtlich "trotz dem" ("ungeachtet dessen").

Trotzdem ist ein Adverb und keine Konjunktion. Wenn es am Satzanfang steht, löst es die Verbzweitstellung (V2) aus, das heißt, das finite Verb steht an zweiter Position. Es verändert die Satzstruktur nicht, sondern ist ein Satzglied, das auch im Mittelfeld stehen kann. Verwechsle es nicht mit obwohl, das einen Nebensatz einleitet und das Verb ans Satzende stellt.

  • Es regnete. Trotzdem gingen wir spazieren.
  • Wir gingen trotzdem spazieren.

deshalb / darum / deswegen

Deshalb, darum und deswegen sind Konjunktionaladverbien, die eine konsekutive Beziehung ausdrücken, also ein Verhältnis von Ursache und Wirkung. Der erste Satz nennt den Grund, der zweite Satz, eingeleitet durch eines dieser Adverbien, die Folge. Die Logik ist eine kausale Verkettung: Der Sprecher stellt eine Tatsache fest und leitet daraus eine logische Konsequenz ab. Die drei Varianten sind etymologisch verwandt und in den meisten Kontexten synonym, unterscheiden sich aber leicht in Stil und Frequenz.

Wie trotzdem sind diese Adverbien keine Konjunktionen, sondern Satzglieder. Sie lösen die V2-Stellung aus, wenn sie am Satzanfang stehen, und können auch im Mittelfeld stehen. Verwechsle sie nicht mit weil, das den Grund einführt und das Verb ans Satzende stellt; deshalb führt die Folge ein und behält die V2-Stellung.

  • Ich war müde. Deshalb blieb ich zu Hause.
  • Sie hat keine Zeit, deshalb kann sie nicht kommen.

sonst

Sonst ist ein Konjunktionaladverb, das eine konditionale Konsequenz ausdrückt, nämlich eine negative Folge, die eintritt, wenn die im ersten Satz genannte Bedingung nicht erfüllt wird. Es entspricht dem englischen "otherwise" oder "or else". Die Logik ist eine implizite Bedingung: Der erste Satz nennt eine notwendige Handlung oder einen Zustand; der zweite Satz, eingeleitet durch sonst, beschreibt, was geschieht, wenn diese Handlung unterbleibt. Etymologisch geht sonst auf das althochdeutsche ("so") und ni ("nicht") zurück, also "so nicht".

Sonst ist ebenfalls ein Adverb und löst V2-Stellung aus, wenn es am Satzanfang steht. In der typischen Verwendung steht es oft nach einem Imperativ oder einer Aussage, und auch dann gilt für den zweiten Satz die V2-Regel. Beachte, dass sonst auch die Bedeutung "außerdem" haben kann, wie in Was machst du sonst so am Wochenende?

  • Beeil dich, sonst verpassen wir den Zug.
  • Lern fleißig, sonst schaffst du die Prüfung nicht.